Endlich unperfekt: Warum Fehler zum Leben gehören
Kurz gesagt: Worum geht’s hier?
Vielleicht kennst du diesen Moment: Du machst einen Fehler – einen kleinen oder einen größeren – und dein innerer Kommentar lautet ungefähr so:
„Na bravo. War ja klar. Typisch ich.“
Herz rutscht runter, Kopfkino geht los und irgendwas in dir findet: „So darf ich nicht sein.“
Wohin möchtest du springen?

- Perfektionismus klar einordnen (ohne Selbsthass).
- Fehler als Lernsignal statt Identitätsdrama.
- 7 Tools für mehr Milde & weniger Druck.
- Ein echter Satz, der bleibt: „70% reicht.“
Warum wir auf Perfektion gedrillt wurden (und warum das Stress macht)
Schon früh lernen wir:
- In der Schule gibt es Punkte für „richtig“ – nicht für ehrliches Probieren.
- Fehler werden rot markiert – nicht neugierig untersucht.
- Im Job zählen Ergebnisse – nicht der Prozess.
- Auf Social Media sehen wir Filter – nicht die echten Fails.
Kein Wunder, dass viele innerlich so etwas mit sich herumtragen wie:
- „Ich darf mir keine Fehler erlauben.“
- „Wenn ich versage, bin ich falsch.“
- „Andere wirken so souverän – nur ich nicht.“
Psychologisch ist das Gift für:
- Selbstwert, wenn er an Leistung hängt
- Mut, weil du nur noch tust, was sicher klappt
- Lebensfreude, weil alles zur Bewertung wird
Wenn du dich in „innerem Druck“ und „ständigem Funktionieren“ wiedererkennst, passt dieser Blick aufs Nervensystem als Grundlage dazu:
Nervensystem regulieren →Was Perfektionismus eigentlich ist (kurz & klar)
Perfektionismus ist nicht einfach „hoher Anspruch“.
Perfektionismus bedeutet oft: extrem hohe, starre Standards – am liebsten fehlerfrei – selbst dann, wenn es die Situation gar nicht erfordert.
Du gibst dir Mühe, willst Qualität, lernst aus Feedback.
Du darfst keine Fehler machen, sonst bist du „nicht gut genug“.
Was Fehler eigentlich sind (und warum sie normal sind)
Ganz nüchtern betrachtet sind Fehler:
• eine Rückmeldung
• ein „So funktioniert es nicht – probier es anders“
• ein völlig normaler Teil von Lernen und Entwicklung
Kinder zeigen uns das perfekt: Sie laufen nicht perfekt los. Sie wackeln, fallen hin und stehen wieder auf. Kein Kind sagt nach dem dritten Hinfallen: „Laufen ist nichts für mich.“
Erst später machen wir aus Fehlern: Drama, Beweis für „ich bin nicht gut genug“, Grund zum Rückzug.
„Ich mache keinen Fehler – ich bin der Fehler.“
Warum Fehler uns menschlich machen
1) Fehler bringen uns auf Augenhöhe
Wenn jemand ehrlich sagt: „Ich habe mich geirrt.“ „Ich lerne noch.“ – dann wird es menschlich. Verbindung entsteht nicht da, wo alles glatt ist, sondern da, wo jemand sagt: „Ich auch.“
2) Fehler zeigen: Du lebst
Keine Fehler machst du nur, wenn du nichts Neues ausprobierst oder nie in die Sichtbarkeit gehst.
Reframe: Statt „Ich hab es verkackt“ → „Ich hab mich getraut – und jetzt lerne ich.“
Fehler als Hinweisschild
3) Fehler bringen dich zu dir selbst
Oft sind es genau die Momente, in denen etwas schiefgeht, in denen du Grenzen erkennst, merkst, was dir wirklich wichtig ist, und alte Muster siehst.
Wenn du Muster und innere „Programme“ besser verstehen willst:
Mindset & Bewusstsein →Psychologischer Blick: Was passiert, wenn wir Fehler nicht leiden können?
Wenn du Fehler kaum aushältst, führt das häufig zu:
- Perfektionismus: alles muss 120 % sein, sonst ist es „schlecht“
- Vermeidung: lieber gar nicht anfangen, als sichtbar scheitern
- Prokrastination: du schiebst auf, weil du es „perfekt“ machen willst
- ständiger Selbstkritik: innerer Ton hart, kalt, gnadenlos
Langfristig bedeutet das: Stress fürs Nervensystem, weniger Kreativität, weniger echte Begegnung.
Endlich unperfekt: 7 Tools, um entspannter mit Fehlern umzugehen
„Okay. Das war eine Erfahrung. Was kann ich daraus mitnehmen?“
Frag dich: „Was würde ich jemandem sagen, den ich liebe?“ – und sag dir genau das.
1) Benennen: „Das ist gerade schmerzhaft.“
2) Normalisieren: „Fehler passieren. Ich bin nicht allein damit.“
3) Freundlichkeit: „Ich darf jetzt freundlich mit mir bleiben.“
„Hier reichen 70 %.“ „Hier übe ich noch.“ „Hier darf ich Anfänger:in sein.“
Mail senden ohne 10 Checks • „gut genug“ lassen • „Ich weiß es nicht“ sagen • etwas zeigen, das nicht perfekt ist.
Notiz: Situation • Was ist passiert? • Was nehme ich mit? → Du siehst: „Ich wachse.“
„Okay, das war wieder Oscar-reif.“
„Hallo, innerer Perfektionist – schön, dass du auch wach bist.“
Was „endlich unperfekt“ mit Heilung zu tun hat
Heilung heißt nicht: nie wieder Fehler machen oder immer alles im Griff haben.
• freundlicher mit dir werden
• deinen Schatten nicht mehr bekämpfen, sondern kennenlernen
• zu merken: „Ich bin nicht meine Leistung. Ich bin nicht meine Fehler. Ich bin ein Mensch.“
Je weniger du perfekt sein musst, desto mehr darfst du wirklich du selbst sein.
Mini-FAQ: Umgang mit Fehlern und Perfektionismus
Warum tun Fehler so weh?
Ist Perfektionismus immer schlecht?
Wie kann ich Perfektionismus überwinden?
Zum Schluss: Jetzt bist du dran
Wenn du magst, schreib in die Kommentare:
1) Was war ein Fehler, aus dem du heute etwas Wichtiges mitgenommen hast?
2) In welchem Bereich darf es ab jetzt 70 % statt 100 % sein?
3) Was hilft dir am meisten: Reframe, Selbstmitgefühl, Humor oder die Unperfekt-Leiter?
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