Carl Gustav Jung – Mein Mentor den ich nie getroffen habe

Carl Gustav Jung – mein Mentor, den ich nie getroffen habe
(Schatten, Archetypen, Träume – und warum „ganz werden“ oft wichtiger ist als „besser werden“)

Kurz gesagt: Worum geht’s hier?

Nicht jeder Mentor sitzt dir im Café gegenüber. Manche sitzen zwischen Buchseiten – und treffen dich mit einem Satz so direkt, dass du kurz denkst: „Okay … das war jetzt gerade über mich.“

So ist es bei mir mit Carl Gustav Jung. Ich habe ihn nie persönlich getroffen (logisch). Aber seine Gedanken begleiten mich: als Psychologe, als Entdecker innerer Bilder – und als jemand, der die Seele nicht nur als Problem sieht, sondern als Weg.

Merksatz: „Ganz werden“ heißt nicht „immer besser werden“ – sondern ehrlicher, integrierter, stimmiger.

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Mini-Hinweis: Wenn du wenig Zeit hast: Lies „Jung in 5 Sätzen“ + mach eine Mini-Übung.
Carl Gustav Jung - einer meiner Mentoren die ich nie getroffen habe
Was du mitnimmst
  • Jung als Landkarte: Symbolik, Muster, innere Anteile.
  • Ganzwerden statt Optimierungsdruck.
  • 3 Mini-Übungen für Schatten, Träume, Persona.
  • Kompass: inspirierend, aber nicht dogmatisch.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der Orientierung und Selbstreflexion. Er ersetzt keine Psychotherapie, keine ärztliche Diagnose und keine medizinische Behandlung. Wenn dich Themen stark überrollen oder du akut leidest, hol dir bitte professionelle Unterstützung.

Jung in 5 Sätzen (damit du sofort weißt, worum es geht)

  1. Jung war ein Schweizer Psychiater und Psychologe und begründete die Analytische Psychologie.
  2. Er prägte Ideen wie Archetypen und das kollektive Unbewusste.
  3. Für Jung geht es nicht um Perfektion, sondern um Ganzwerdung: innere Anteile erkennen und integrieren.
  4. Er nahm Träume und Symbole ernst – als Sprache innerer Prozesse.
  5. Seine Konzepte sind bis heute einflussreich, werden aber auch kritisch diskutiert und sollten nicht als Glaubenssatz gelesen werden.

Warum Jung für mich ein Mentor ist

Jung war für mich nie „nur“ Psychologe. Eher ein Brückenbauer: zwischen Wissenschaft und Symbolik, zwischen Funktionieren und innerem Sinn. Seine zentrale Frage trifft mich bis heute:

Wie wird ein Mensch ganz – nicht perfekt, sondern echt?

Und dieses „echt“ ist für mich der entscheidende Punkt.

Kollektives Unbewusstes und Archetypen: Warum wir mehr sind als unsere Biografie

Jung beschrieb das kollektive Unbewusste als eine Ebene der Psyche, die nicht nur persönlich ist, sondern etwas „Gemeinsames“ enthält – gewissermaßen ein geteiltes Reservoir menschlicher Grundmuster.

Archetypen sind in der Jung’schen Tradition symbolische Grundmuster (zum Beispiel in Mythen, Träumen, Geschichten), die Aspekte der Psyche repräsentieren.

Praktisch heißt das:
Manches, was du für „mein persönlicher Defekt“ hältst, ist vielleicht ein menschliches Thema. Das nimmt Druck raus – ohne Verantwortung wegzunehmen.

Wenn du dazu gern eine alltagstaugliche Basis hast, wie Mindset und Bewusstsein zusammenhängen:

Mindset & Bewusstsein →

Schattenarbeit: Nicht wegdrücken, sondern anschauen

Der „Schatten“ steht in der Jung’schen Sicht für Anteile, die nicht zum eigenen Idealbild passen und deshalb leicht verdrängt oder nach außen projiziert werden.

Schattenarbeit bedeutet dann nicht: „Ich werde dunkler.“
Sondern: Ich werde ehrlicher.

Nicht „Think positive drüberbügeln“, sondern:
„Was will gesehen werden, damit es nicht unbewusst mein Leben steuert?“

Mini-Frage:
Worüber regst du dich bei anderen übertrieben auf?
Nicht als Selbstanklage – eher als Hinweis: Da könnte ein Thema in dir berührt sein.

Wenn du merkst, dass dabei sofort Selbstverurteilung anspringt, kann das hier helfen, weicher zu bleiben:

Selbstmitgefühl lernen →

Persona: Die Maske, die wir brauchen – und die wir manchmal werden

Jung beschreibt die Persona als eine Art „Maske“ bzw. soziales Gesicht, das wir brauchen, um in der Welt zu funktionieren. Problematisch wird es, wenn wir mit dieser Rolle verschmelzen.

Kurz gesagt:
Rollen sind nützlich. Identität nur aus Rollen ist eng.

Wenn dich das Thema „Rolle vs. echtes Selbst“ triggert (im besten Sinne):

Du bist mehr als dein Image →

Individuation: Ganz werden statt optimieren

Der Individuationsprozess meint grob: ein Weg, auf dem du mehr von dir selbst wirst – inklusive der widersprüchlichen Seiten.

Für mich ist das die erwachsene Version von Selbstentwicklung:
Nicht „immer höher“, sondern immer echter.

Anima und Animus: Heute besser als Symbolsprache lesen

Jung schrieb über Anima/Animus als innere Gegenpole, historisch stark an Geschlechterbilder gebunden (anima = „weiblich“ im Mann, animus = „männlich“ in der Frau).

Wichtig heute: Das Konzept kann inspirierend sein, ist aber zeitgebunden. Viele lesen es mittlerweile eher als Symbolsprache für innere Balance (zum Beispiel Empfänglichkeit vs. Struktur, Intuition vs. Klarheit) – ohne daraus Rollenklischees zu machen.

Synchronizität: Wenn Zufälle sich sinnvoll anfühlen

Jung prägte „Synchronizität“ als Idee von bedeutsamen Zufällen: Ereignisse, die nicht kausal verbunden sein müssen, sich aber innerlich als zusammengehörig erleben lassen.

Ob du das eher psychologisch (Aufmerksamkeit plus Bedeutung) oder spirituell (Dialog mit dem Leben) deutest: Jung gibt dir eine Sprache für dieses Erleben.

Und gleichzeitig gilt: Sinn darf berühren – aber er sollte dich nicht abhängig machen oder in „nur noch Zeichen“ kippen.

Wenn du dazu einen klaren Kompass willst:

Kritische Perspektiven →

Was du praktisch von Jung mitnehmen kannst (3 Mini-Übungen)

1) Schatten-Trigger-Check (2 Minuten)

Notiere kurz:

  • Was triggert mich bei anderen gerade am meisten?
  • Welche Eigenschaft verurteile ich besonders?
  • Wo kenne ich das als Möglichkeit auch in mir (wenn auch versteckt)?

Ziel ist nicht Schuld, sondern Bewusstheit.

2) Traum-Notiz ohne Deutungsstress (1 Minute am Morgen)

Schreib direkt nach dem Aufwachen 1–2 Dinge auf:

  • ein Bild
  • eine Stimmung
  • ein Symbol (zum Beispiel Haus, Wasser, Verfolgung, Kind, Schlüssel)

Keine Analyse. Nur sammeln. Du trainierst damit, deine Innenwelt wahrzunehmen.

3) Persona-Scan (30 Sekunden)

Frag dich abends:

  • Welche Rolle habe ich heute gespielt? (zum Beispiel „die Starke“, „der Verantwortliche“)
  • Wo war ich echt – wo war ich nur funktional?
  • Was bräuchte der echte Teil von mir morgen?

Das ist kleine Individuation im Alltag.

Mini-FAQ

Muss ich an Spiritualität glauben, um Jung sinnvoll zu finden?
Nein. Du kannst Jung komplett psychologisch lesen: als Arbeit mit Symbolen, Mustern und unbewussten Anteilen.
Was ist das kollektive Unbewusste in einem Satz?
Eine von Jung beschriebene Ebene des Unbewussten, die nicht nur persönlich ist, sondern etwas „Gemeinsames“ enthält.
Was heißt „Individuation“ einfach?
Ein Weg zu mehr Ganzheit: Du erkennst Rollen, integrierst verdrängte Anteile und wirst stimmiger in dir.
Sind Jungs Konzepte „bewiesen“?
Einiges ist stark einflussreich, manches umstritten. Am sinnvollsten ist: als Landkarte lesen, nicht als Dogma.

Einladung an Coaches und Mentor:innen (Jung-inspiriert, bodenständig)

Wenn du als Coach/Mentor:in/Begleiter:in mit Jung’schen Konzepten arbeitest (Schatten, Persona, Symbolik, Traumthemen) und das klar, verantwortungsvoll und ohne Guru-Vibe tust: Im MindArt Universe ist Platz für dich, dich vorzustellen.

Passend dazu (Kompass für seriöse Begleitung):

MindArt Universe (Kompass) →

Zum Schluss: eine Frage an dich

Welches Jung-Thema trifft dich am meisten?

Schatten (Trigger, Projektion) • Persona (Rolle vs. echtes Selbst) • Archetypen (Muster, die in dir wirken) • Individuation (Ganz werden) • Träume/Symbole • Synchronizität

Wenn du magst, schreib einfach ein Wort in die Kommentare – ich kann daraus auch eine kleine „Jung im Alltag“-Serie machen (mit Mini-Übungen, ohne Fachjargon).

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