Bewusst leben: Authentizität im Alltag – wie du wieder mehr du selbst wirst

Bewusst leben: Authentizität im Alltag – wie du wieder mehr du selbst wirst
(authentisch leben, ohne alles hinzuschmeißen – mit Werten, Grenzen und Körperkompass)

Kurz gesagt: Worum geht’s hier?

Es gibt diese Momente im Leben, da merkst du: Du funktionierst. Du machst. Du lieferst. Aber irgendwo unterwegs ist ein Stück „echtes Ich“ auf der Strecke geblieben.

Vielleicht nickst du, obwohl du innerlich Nein fühlst. Vielleicht lachst du mit, obwohl dir gar nicht danach ist. Oder du liegst abends im Bett und spürst: „Ich lebe gerade mehr im Außen als in mir selbst.“

Merksatz: Authentizität ist nicht „lauter“ – sie ist stimmiger.

Wohin möchtest du springen?

Tipp: Wenn du sofort Praxis willst: spring zu „5 Wegweiser“ oder „Grenzen-Sätze“.
Bewusst leben: Authentizität im Alltag – wie du wieder mehr du selbst wirst
Was du mitnimmst
  • Ein klares Verständnis: Authentizität = stimmiger, nicht lauter.
  • 3 Fragen als Mini-Kompass im Alltag.
  • 5 Wegweiser (Werte, Körper, Sätze, Stimmigkeit).
  • Copy-Paste-Grenzen: freundlich & klar.

Was heißt „authentisch sein“ überhaupt?

Authentisch leben heißt nicht, ständig „Tacheles zu reden“, alles rauszuhauen oder kompromisslos dein Ding durchzuziehen.

Authentisch sein bedeutet ganz einfach:

  • du hast Kontakt zu dir selbst
  • du weißt grob, was du fühlst und brauchst
  • du triffst Entscheidungen, die sich innerlich stimmig anfühlen – auch wenn sie nicht jedem gefallen

Oder kurz: Du versuchst nicht mehr, eine Version von dir zu sein, die alle zufriedenstellt – sondern eine, mit der du gut leben kannst.

Merksatz: Authentizität ist nicht „lauter“ – sie ist stimmiger.

Wenn dich „Rolle vs echtes Selbst“ besonders triggert:

Du bist mehr als dein Image →

20-Sekunden-Authentizitäts-Check (für mitten im Alltag)

Wenn du kurz merkst „Ich bin irgendwie weg von mir“, stell dir drei Fragen:

1) Ja oder Nein?

Fühle ich gerade ein echtes Ja oder ein inneres Nein?

2) Ohne Publikum?

Würde ich das auch tun, wenn niemand mich bewertet?

3) Werte oder Angst?

Zahlt das auf meine Werte ein – oder auf meine Angst vor Ablehnung?

Allein diese drei Fragen holen dich aus dem Autopilot zurück in bewusstes Wahrnehmen.

Warum wir uns so leicht von uns selbst entfernen

Das passiert selten absichtlich. Meist ist es ein schleichender Prozess.

1) Anpassung (People Pleasing)

Wir lernen früh: Wer lieb, brav, fleißig ist, bekommt Anerkennung.

Hinter People Pleasing steckt oft die Angst: „Wenn ich wirklich zeige, wie ich bin, verliere ich Zugehörigkeit.“

2) Rollen, die zu eng wurden

„Die Vernünftige“, „der Starke“, „die Zuverlässige“… Rollen schützen – und werden später zum Käfig: keine Schwäche, niemand enttäuschen, Funktion statt Mensch.

3) Dauerstress (Alarmmodus)

Wenn dein Nervensystem im Dauerstress ist, hat Authentizität wenig Chance. Dann greifst du auf alte Muster zurück – nicht auf bewusste Entscheidungen.

Merksatz: Je gestresster dein System, desto eher lebst du aus Gewohnheit statt aus Stimmigkeit.

Wenn du dich oft im Alarmmodus wiederfindest, ist das ein starker Einstieg:

Nervensystem regulieren →

Zwischen Anpassung und Rebellion: der Raum dazwischen

Viele kennen nur zwei Modi:

• brav anpassen → „Hauptsache, es gibt keinen Ärger.“
• irgendwann explodieren → „Mir reicht’s, ich mach jetzt alles anders!“

Beides ist verständlich – aber anstrengend.

Authentizität liegt dazwischen

Authentisch leben heißt:

• Du passt dich nicht mehr automatisch an.
• Du musst aber auch nicht gegen alles kämpfen, um dich „echt“ zu fühlen.

Stattdessen: Du beginnst bewusst zu wählen: „Wo ist ein Kompromiss okay – und wo nicht mehr?“

5 psychologische Wegweiser: So wirst du im Alltag authentischer

1) Mini-Check: Bin ich gerade bei mir?

„Fühlt sich das, was ich hier mache, ungefähr stimmig an?“
„Oder renne ich im Autopilot, um Erwartungen zu erfüllen?“

2) Werte kennen: Authentizität braucht Richtung

Mini-Übung (ACT-Style): Schreib 4 Bereiche auf (Beziehungen, Arbeit/Projekt, Gesundheit/Körper, Freizeit/Alltag).
Pro Bereich 1–3 Werte (z. B. Ehrlichkeit, Ruhe, Freiheit, Verbundenheit, Kreativität, Respekt, Tiefe).
Dann: „Wie nah lebe ich das gerade (0–10)?“

Merksatz: Werte sind keine Ziele. Werte sind Richtungen.

3) Mit kleinen, ehrlichen Sätzen üben (statt Drama)

„Ehrlich gesagt bin ich müde.“
„Ich merke, das fühlt sich für mich nicht gut an.“
„Ich brauche Zeit, um darüber nachzudenken.“
„Ich will ehrlich sein: Ich schaffe das gerade nicht.“

4) Körperkompass nutzen (weil er früher merkt, was stimmt)

Brust eng beim Zusagen? Bauch zieht sich zusammen? Atmung wird flach?
Mini-Check: „Wenn mein Körper sprechen könnte – wäre das gerade eher Ja oder eher Nein?“

5) Stimmig statt perfekt (Gamechanger)

„Ich muss nicht perfekt sein – ich möchte stimmig sein.“
Das erlaubt dir: Meinung korrigieren, Fehler machen, Grenzen üben – ohne dass dein Selbstwert daran hängt.

Merksatz: Je bewusster du lebst, desto weniger musst du dich verbiegen, um dazuzugehören.

Grenzen setzen: authentisch und freundlich (Copy-Paste-Sätze)

Viele scheitern nicht an der Erkenntnis, sondern am Satz im echten Leben. Deshalb: hier Sätze, die du übernehmen kannst.

„Ich kann das heute nicht. Ich melde mich morgen.“
„Ich brauche kurz Bedenkzeit.“
„Das passt für mich so nicht.“
„Ich möchte ehrlich sein: Ich schaffe das gerade nicht.“
„Ich komme kurz vorbei, aber nicht lange.“
„Ich merke, ich brauche heute Ruhe.“
„Ich verstehe dich – und mein Nein bleibt trotzdem ein Nein.“
„Ich bin gerade nicht in der Verfassung für diese Diskussion.“
Merksatz: Grenzen sind kein Luxus. Grenzen sind Selbstrespekt.

Wenn dir Grenzen setzen schnell Schuldgefühle macht:

Selbstmitgefühl lernen →

Mini-FAQ: Authentisch leben im Alltag

Heißt authentisch sein, immer alles zu sagen, was ich denke?
Nein. Authentisch heißt nicht impulsiv. Authentisch heißt stimmig: ehrlich, aber verantwortlich.
Warum passe ich mich so oft an?
Weil Zugehörigkeit ein menschliches Grundbedürfnis ist. Anpassung war oft mal eine Strategie, um sicher zu sein. Heute darfst du lernen, sicherer in dir zu werden.
Wie werde ich authentischer, ohne mein Leben umzuschmeißen?
Mit Mini-Schritten: Werte klären, Körperkompass nutzen, ehrliche Sätze üben, Grenzen setzen – ein bisschen pro Woche reicht.
Was, wenn ich Angst habe, andere zu enttäuschen?
Dann fang klein an: „Ich brauche Bedenkzeit“ ist oft der erste authentische Schritt, bevor ein klares Ja/Nein möglich ist.

Zum Schluss: Deine Erfahrung zählt

Wenn dieses Thema etwas in dir bewegt, schreib mir gern:

1) Wo verbiegst du dich am häufigsten – Arbeit, Familie, Beziehung, Freundeskreis?

2) Welcher Satz wäre für dich der mutigste, echte Satz im Alltag?

3) Was wäre diese Woche ein Mini-Schritt Richtung „mehr ich selbst“?

Bewusst leben heißt nicht, dich aufzublasen. Bewusst leben heißt: dich ernst nehmen – und Schritt für Schritt stimmiger werden.

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