Psychologische Typen im Alltag – wie dir Carl Jungs Modell wirklich hilft
Kurz gesagt: Warum das hilft
Du willst Nähe, dein Gegenüber zieht sich zurück. Du brauchst Ruhe, dein Umfeld will Action. Du erklärst etwas logisch – und jemand sagt nur: „Ich fühle das aber anders.“
Und irgendwann fragst du dich: „Warum verstehen wir uns nicht – obwohl wir es doch gut meinen?“
Wohin möchtest du springen?

- Unterschiede weniger persönlich nehmen.
- „Übersetzen“ statt streiten.
- Entscheidungen weniger einseitig treffen.
- Mehr Verständnis in Beziehungen/Teams.
Jung in 60 Sekunden: Das Modell auf einen Blick
Die Typenlehre von Carl Gustav Jung beschreibt zwei Dinge:
1) Energiequelle (Einstellung / Attitude)
• introvertiert: Energie eher aus der Innenwelt (Ruhe, Rückzug, Sortieren)
• extravertiert: Energie eher aus der Außenwelt (Austausch, Aktivität, Menschen)
2) Vier psychische Funktionen (Jung Funktionen)
• Denken: Logik, Struktur, Sinn
• Fühlen: Werte, Stimmigkeit, Beziehung
• Empfinden: Fakten, Details, das Konkrete
• Intuition: Möglichkeiten, Zusammenhänge, Entwicklung
Wichtig (damit es gesund bleibt)
Du hast alle vier in dir – aber meistens dominieren ein oder zwei. Das ist keine Diagnose. Es ist eine Landkarte.
Wenn du Jung als Mentor im MindArt Universe spannend findest:
Jung als Mentor →20-Sekunden-Selbsttest (ohne Typentest)
Beantworte spontan – ohne Grübeln:
Wenn ich gestresst bin, tanke ich eher auf durch …
A) Alleinzeit / Ruhe / weniger Input
B) Austausch / Bewegung / Menschen
Wenn es schwierig wird, prüfe ich zuerst …
A) „Was ist logisch und sinnvoll?“ (Denken)
B) „Was ist stimmig und fair?“ (Fühlen)
Wenn etwas Neues kommt, sehe ich zuerst …
A) „Was ist konkret da?“ (Empfinden)
B) „Was könnte daraus werden?“ (Intuition)
Du bist selten „nur eins“. Aber du bekommst ein Gefühl für Tendenzen – und genau dafür ist das Modell da.
Introvertiert oder extravertiert: Energiequellen statt „laut/leise“
Es geht nicht primär um „schüchtern vs. laut“, sondern: Wo laden deine Batterien auf?
Introversion: nach viel Input leer, Ruhe zum Sortieren, Tiefe > Smalltalk.
Extraversion: nach Stille fehlt etwas, Ideen kommen im Austausch, Isolation macht eher unruhig.
Merksatz: Stress entsteht, wenn du gegen deine Energie arbeitest.
Mini-Upgrades (Hygiene)
Für Intro: Pausen ohne Input, nach Social-Days bewusst Alleinzeit, „Ich mag euch – ich brauche jetzt 1 Stunde für mich.“
Für Extra: Kontaktinseln einbauen, Walk-and-talk, kurze Check-ins, reale Begegnung.
Denken, Fühlen, Empfinden, Intuition: Deine Lieblingsbrille
Du kannst sie dir wie Brillen vorstellen. Du hast alle in dir – aber dein Standardmodus zeigt sich oft, wenn du unter Druck bist.
Fokus: Logik, Struktur, Argumente
Typischer Satz: „Hauptsache, es ist sinnvoll.“
Fokus: Werte, Beziehung, Stimmigkeit
Typischer Satz: „Es muss sich fair und richtig anfühlen.“
Fokus: Fakten, Details, Realität
Typischer Satz: „Was ist konkret da? Was ist passiert?“
Fokus: Möglichkeiten, Muster, Zukunft
Typischer Satz: „Ich sehe, wohin das führen könnte.“
Alltagsszene: Jobangebot – vier Blickwinkel, eine Entscheidung
Stell dir vor, du bekommst ein neues Jobangebot:
• Denken fragt: „Gehalt? Struktur? Entwicklung? Vertrag?“
• Fühlen fragt: „Passt das zu meinen Werten? Wie ist die Atmosphäre?“
• Empfinden schaut: „Wie wirkt es vor Ort? Räume, Menschen, Weg, Alltag?“
• Intuition fragt: „Welche Tür öffnet sich langfristig? Welche Richtung nimmt mein Leben?“
Wenn du Entscheidungen generell stimmiger treffen willst (Werte, Grenzen, Körperkompass):
Authentizität im Alltag →Entscheidungs-Upgrade: Der 4-Funktionen-Check (2 Minuten)
Wenn du eine wichtige Entscheidung triffst, geh einmal alle vier Fragen durch:
Was sind die Fakten? Was ist logisch?
Was ist mir wichtig? Was ist stimmig/fair?
Was ist konkret vorhanden? Wie fühlt sich der Alltag an?
Welche Möglichkeiten ergeben sich? Wo führt das hin?
Wenn unterschiedliche Typen aufeinander treffen: typische Missverständnisse
Die Typenlehre erklärt Konflikte, ohne jemanden „falsch“ zu machen.
Übersetzer-Sätze:
Für Denker: „Logisch wäre X – und mir ist wichtig, dass es für dich fair ist. Was brauchst du?“
Für Fühler: „Mir ist das wichtig, weil es auf XY wirkt. Ich wünsche mir konkret …“
Übersetzer-Sätze:
Für Empfinden: „Gib mir 2–3 konkrete Beispiele, dann kann ich mitgehen.“
Für Intuition: „Ich sehe Möglichkeiten – lass uns das kurz in konkrete Schritte übersetzen.“
Übersetzer-Sätze:
Für Intro: „Ich freue mich – mein Akku ist leer. Lass uns morgen/übermorgen.“
Für Extra: „Ich nehme das nicht persönlich. Der andere schützt seine Energie.“
Der häufigste Fehler ist nicht „der falsche Typ“.
Der Fehler ist: Wir halten unsere Brille für die einzige Realität.
Wenn du schnell aus der Mitte kippst, helfen Mini-Resets, damit du überhaupt übersetzen kannst statt zu explodieren:
Mini-Resets & innere Mitte →Woche 1: Energie-Log (Introvertiert oder extravertiert?)
Jeden Abend 1 Minute notieren:
• Was hat mir heute Energie gegeben?
• Was hat mir Energie genommen?
• War es eher Kontakt oder eher Rückzug, der mich aufgeladen hat?
Dann passe eine Sache an: mehr Pausen oder mehr Kontakt – je nachdem, was du brauchst.
Woche 2: Funktions-Log (T/F/S/N)
In wichtigen Momenten kurz fragen: „Welche Brille dominiert gerade?“
• zu viel Denken → „Was fühle ich? Was ist mir wichtig?“
• zu viel Fühlen → „Welche Fakten fehlen mir?“
• zu viel Intuition → „Was ist der nächste konkrete Schritt?“
• zu viel Empfinden → „Welche Richtung ergibt sich langfristig?“
Das ist Jung im echten Leben: nicht Etikett, sondern Selbstführung.
Kurzer Hinweis: Kein Käfig, kein Diagnosetool, kein MBTI-Zwang
Die Jung Typenlehre ist ein starkes Reflexionsmodell – aber kein medizinisches Diagnosewerkzeug. Und ja: Spätere Typentests (z. B. MBTI) sind populär, aber nicht die Wahrheit über dich. Nutze solche Systeme wie eine Karte: hilfreich zur Orientierung – nicht als Identität.
Mini-FAQ
Was ist die Jung Typenlehre einfach erklärt?
Bin ich nur ein Typ?
Hilft das in Beziehungen und Teams?
Was ist der Unterschied zwischen Empfinden und Intuition?
Typen-Missverständnisse als Paar-Dialog – und die Übersetzung
Vier Mini-Szenen aus dem Alltag. Nicht „wer hat recht“, sondern: Welche Brille spricht gerade?
- A:„Das Problem ist doch klar. Wir machen Plan X.“
- B:„Und ich fühle mich dabei komplett übergangen.“
Denker meint: „Ich will lösen.“
Fühler meint: „Ich will stimmig & respektiert sein.“
Brückensatz: „Plan X klingt logisch. Was wäre für dich fair/stimmig, damit wir es gemeinsam tragen können?“
- A:„Bevor wir entscheiden: Welche Fakten haben wir genau?“
- B:„Mir ist klar, wohin das führt. Wir müssen jetzt umdenken!“
Empfinden meint: „Ich brauche Konkretes.“
Intuition meint: „Ich sehe Muster & Richtung.“
Brückensatz: „Gib mir 2–3 konkrete Beispiele – und ich helfe dir, daraus die Richtung in Schritte zu übersetzen.“
- A:„Lass uns noch zu Freunden. Das tut uns gut!“
- B:„Ich kann nicht mehr. Ich bin komplett leer.“
Extra meint: „Kontakt lädt mich auf.“
Intro meint: „Rückzug lädt mich auf.“
Brückensatz: „Ich mag euch – mein Akku ist leer. Lass uns morgen. Heute brauche ich 60 Minuten runterfahren.“
- A:„Ich will einfach nur, dass es klappt. Deshalb drücke ich.“
- B:„Und ich mache dicht, weil es sich wie Druck anfühlt.“
Beide wollen Sicherheit – nur anders.
Brückensatz: „Ich merke, ich drücke gerade. Ich will Sicherheit – aber ich will dich nicht überrollen. Was wäre ein Tempo, das für dich geht?“
Zum Schluss: Deine Erfahrung zählt
1) Siehst du dich eher introvertiert oder extravertiert – oder irgendwo dazwischen?
2) Welche Brille dominiert bei dir: Denken, Fühlen, Empfinden oder Intuition?
3) Gab es eine Situation, in der du jetzt sagen würdest: „Okay – psychologisch erklärt ergibt das plötzlich Sinn.“
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